Homefarming

Was ist home farming? Und was hat unser Geflügelverein damit zu tun?
In der Geflügel Zeitung 07.2017 wird home farming als der "urbane Teil der Landwirtschaft" beschrieben. Also der Teil der Landwirtschaft den man zu Hause im eigenen Garten betreiben kann. Die Vorraussetzungen dafür sind gering. Je nachdem welches Ziel man hat, oder der Platz im Garten bzw. auf dem Balkon hergibt gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten diese zu nutzen. Von der Japanischen Legewachtel weche auf einem Quadratmeter auf dem Balkon gehalten werden kann, über das Federfüßige Zwerghuhn welches durch die Befiederung an den Läufen kaum Schaden auf dem besten Rasen macht, bis zur genügsamen Gänserasse die auf der ungenutzten Fläche der Großeltern noch etwas zu fressen findet kann unser Verein behilflich sein, 
Wir wollen euch beraten wie ihr eure Möglichkeiten nutzen könnt. Ganz egal was euch im Kopf schwebt wir können euch beraten und mit den vorraussetzungen für die jeweilige Art vertraut machen. Auch wenn eure Wunschrasse noch nicht bei uns im Verein zu finden ist können wir sie besorgen. 
Zudem können wir euch ausreichend mit Ideen, Tips oder z.b. Hilfe bei der Brut unterstützen. In den Nachfolgenden Absätzen möchten wir euch kleine Einblicke in unser Hobby geben. Habt ihr spezifische fragen kontaktiert uns oder kommt zu einer unser Versammlungen vorbei. 

Haltung: Egal ob Taube Wachtel oder Huhn ist es wichtig das sie ungestörten Zugang zu Futter und Wasser haben. Die Flächer auf der sie sich bewegen sollte trocken und Möglichst frei von verschmutzungen sein. Desweiteren ist ausreichent Licht notwendig. Diese genannten Punkte sollten selbstverständlich sein. Bei der Haltung von Hühnern sind im Stall Sitzstangen anzubringen. Außerdem benötigen die Hennen zur Eiablage ein Nest. Werden die Tiere die ganze zeit im Stall gehalten ist ein Staubbad von Vorteil. Das kann eine einfache Kiste voll Sand sein. Als Einstreu eignen sich Hobelspäne oder Stroh. Der Mist kann später im Garten als Düngemittel genutzt werden. 
Für die Tiere ist es von Vorteil wenn ein Auslauf vorhanden ist. Am einfachsten ist es mit einer kleinen Voliere. Dierse hat den Vorteil das die Tiere vor Feinden wie Greifvögeln oder Füchsen geschützt ist. Doch auch der Auslauf auf einer Freien umzäunten Fläche ist möglich. Es ist von Vorteil wenn die Tiere dort Schutz durch Büsche oder ähnlichers finden. Die Auslaufhaltung setzt allerdings vorraus das der Stall am Abend verschlossen wird. Das Einsperren macht solange die Tage noch kurz sind Spaß, im Hochsommer sind die Tiere jedoch am Liebsten bis um 11 draußen...

Fütterung:
Hühner füttern ist viel einfacher als denkt. Man kann natürlich viel zu viel oder zu wenig füttern aber das sieht man ja am Folgetag und kann den Fehler beheben. Füttert man die Abfälle aus der Küche reicht es häufig mit Weizen "dazuzufüttern" also die fehlende Menge auszugleichen. Hat man einen Garten lassen sich z.B. das Kraut der Mohrrüben oder die überschüssigen Äpfel an die Hühner verfüttern. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit fertige Mischungen zu Kaufen. 
Je nach größe und Legeleistung die das Huhn bringt ist mit einer Futtermenge zwischen 100 und 150g je Tier und Tag zu rechnen. Die Kosten für ein Handelsübliches Fertigfutter liegen für 25kg bei ca. 17€.

Brut: Möchte man seine eigenen Legehennen nachziehen oder selbst Geflügelfleisch produzieren kann man seine eigenen Küken durch das bebrüten befruchtungsfähiger Eier produzieren. Vorraussetzung dafür ist es einen Hahn zu seinen Hühnern zu halten. Je nach Rasse schafft ein Hahn unterschiedlich viele Hennen zu treten. So schafft zB. ein Leghorn Hahn bis zu 15 Hennen. Man spricht dann von einem Stamm mit einer Stärke von 1,15. Bei schweren Rassen ist es besser mit kleineren Stämmen zu arbeiten. So genügt bei der Rasse Orpington eine Stärke von 1,3.
Die eigendliche Brut kann auf zwei Arten erfolgen. Zum einem auf dem natürlichem weg bei dem eine Henne bis zu 12 Eier bebrütet, zum anderen die Kunstbrut wobei die Eier bis zu 14 Tagen gesammelt werden und dann in einen Brutautomaten gelegt werden.
Die Brutdauer liegt bei Wachteln bei 18 Tagen. Bei Hühnern bei 21 Tagen wobei Zwerghühner immer etwas schneller sind.

Aufzucht: Die Küken haben die ersten Lebenswochen einen enormen Wärmeanspruch. Bei der Naturbrut kümmert sich die Glucke um die Küken. Dabei ist zu viel Platz in den ersten Tagen nicht zu empfehlen. So reicht für eine Glucke mit Küken eine Buchte mit den Abmaßen 60 mal 80cm. In dieser Buchte sollte sofort wenn alle Küken geschlüpft sind eine Tränke die möglichst Flach ist und ein gut zu erreichender Futterplatz sein. Es empflielt sich eine Tellertränke da so keine Gefahr besteht das die Küken ertrinken. Ein Unterteller für das Futter reicht in den ersten Tagen.
Küken die aus der Künstlichen Brut stammen sollten in den ersten Tagen vorzugsweise auf Küchenrolle gehalten werden. Das hat den vorteil das vermieden wird das die Küken das falsche fressen. Für die notwendige Wärme haben sich Wärmeplatten oder Rotlichtlampen bewärt. Diese müssen von der Höhe den Küken angepasst werden. So hängt die Lampe zu hoch wenn die Küken unter ihr auf einem Haufen liegen und sie hängt zu tief wenn die Küken im Kreis um die Wärmequelle liegen. Optimal ist die Temperatur wenn sie sich alle gleichmäßig verteilt unter der Wärmequelle befinden.