Till Söhnholz

Rassegeflügelzucht Till Söhnholz

Bei den Hühnern kommen im Zuchtjahr 2017 nur noch die großen Australorps zu Zucht. Dabei werden zwei Stämme genutzt. Einer der beiden ist lediglich 1,2 groß, der andere 1,5. Aufgrund der langen Wachstumszeit die benötigt wird, verpaare ich sie Ende Dezember, sodass ich Mitte Januar mit dem Sammeln von Bruteiern beginnen kann. Sonst sind im November die Hähne noch nicht Ausstellungsreif. Die Zwerg Australorps sind aufgrund von Platzmangel ausgeschieden.

Bild unten: Ansicht im Stall, hier stehen sechs gleich große Abteile zur Verfügung. Nach außen ist jeweils ein kleiner Auslauf vorhanden. Die einzelnen Rassen sind allerdings nur in der Zeit der Brut bzw. des Bruteiersammelns getrennt.


Hier ein Bild junger Cayugaenten, aus dem Sommer 2016. Im Zuchtjahr 2017 kommen wieder zwei Stämme mit einer Stärke von 1,2 zum Einsatz. Durch die hohe Legeleistung ist es ohne Probleme möglich über 25 Kücken pro Ente zu ziehen, was allerdings die Kunstbrut vorraussetzt.

2015 erwarb ich durch die Zuchtaufgabe eines Vereinsmitgliedes 1,1 gescheckte Pommerngänse. Im ersten Jahr zogen diese sehr erfolgreich 12 Gössel. Im darauf folgendem Jahr kam ein weiterer Stamm hinzu, außerdem versuchte ich mich mit größeren Stämmen, was sich allerdings nicht als sinnvoll erwies. Die Pommerngänse geben sich äußerst genügsam und müssen über Sommer bei ausreichendem Auslauf kaum zugefüttert werden. Zur Zucht im Jahr 2017 kommen nun drei Stämme mal 1,1 zum Einsatz.


Hier Zwerg Enten weiß im Winter des letzten Jahres. Die Haltung und das Vermehren ist äußerst unproblematisch.
Pro Ente lassen sich bei vernünftigen Bedingungen 10 Kücken ohne goße Probleme ziehen, sie sind lediglich etwas lauter als andere Enten.
Februar 2017

Am 18.02.2017 sind nun die ersten Australorps geschlüpft. Leider war die Befruchtung sehr schlecht, vielleicht durch die tiefen Temperaturen oder sonstige abiotische Faktoren. Aufgrund der herrschenden Stallpflicht haben die Tiere doch erheblichen Stress. Grade dem Wassergeflügel setzt der fehlende Auslauf erheblich zu. Denn der Tretakt kann auf dem Wasser wesentlich besser ausgeführt werden. Eine der Gänse hat bereits mit dem Legen begonnen, ob jedoch was befruchtet ist zeigen erst die nächsten Wochen.
März 2017
Am 03.03.2017 ist die zweite Partie Australorps geschlüpft. Im Vergleich zum ersten Durchgang etwas besser mit 17 geschlüpften Tieren. Dennoch weit ab von betrachtbaren Ergebnissen. Doch die nächste Partie liegt bereits im Automaten und scheint besser zu werden. Von 60 eingelegten Eiern sind 49 befruchtet (nach 7 Tagen geschiert). Ich halte die Küken die ersten 3 Tage auf Papier, da so vermieden wird das sie das Falsche fressen, da die Glucke zum Führen fehlt.
Von der Gans die so frühzeitig angefangen hat zu legen habe ich die Eier abgesammelt und eingelegt, die Befruchtung liegt bei 50%. Außerdem hat eine weitere Gans mit dem Legen begonnen.
Eigentlich ist es zu früh jetzt schon Enten einzulegen, aus Neugierde und Ungedult macht man es trotzdem jedes Jahr wieder. Resultat ist eine mangelhafte Befruchtung und der Gedanke die Enten seien krank. Es ist aber nie so, die Erpel treten einfach noch nicht genug. So auch ich: "Naja, hat man schon mal 30 Enteneier schmeißt man sie mal ein". Natürlich ist die Befruchtung unzureichend gewesen. Was hat man davon? Anfang März hat man 3 Entenküken die genau so viel Arbeit machen wie 30.
Was solls, vielleicht wird irgendwann die Stallpflicht aufgehoben und die Umstände bessern sich.


Für die Haltungsbedingungen der Tiere ist das Frühlingswetter ein wahrer Glücksfall. Grade den Enten und Gänsen bekommt der Auslauf und der großzügige zugang zu Wasser, da sie dort zum einen unproblematischen Tretakt und eine optimale Gefiederpflege durchführen können. Außerdem ist die hohe Strahlungsaktivität der Sonne, welche sich auf das Hormon und Imunsystem auswirkt, positiv. Für die Bildung von Vitamin D beispielsweise ist das Sonnenlicht notwendig. Andere für die Zucht wichtige Vitamine wie z.b. Vitamin A und C sind in Karotten oder verschiedenen Pflanzen aus dem Auslauf zu finden. Die Brennessel z.b welche zwar nicht direkt gefressen wird, sich aber in der Kükenfütterung nützlich macht, ist sehr reichhaltig an Vitamin C und dient zudem als beschäftigung der Küken.

Die ersten Gössel aus der Kunstbrut sind da. Von den 12 eingelegten Eiern waren 6 befruchtet (nach 10 Tagen geschiert). Eines der Eier ist zudem in der Weitern Brut abgestorben. Somit sind von den 5 umgelegten alle geschlüpft. Die Gans hat direkt nach dem absammeln der Eier weiter gelegt. Eine andere Altgans hat mittlerweile 17 Eier gelegt und hat auch bei der großen Menge Eier keine lust auf das brüten gehabt, somit habe ich die Eier abgesammelt und in einen Brutautomaten gelegt.
Der Letzte Schlupf der Ausatralorps sah nun schon besser aus, von 53 einglegten Eiern sind 31 geschlüpft. Lediglich die Zwergenten lassen auf sich warten, sie legen zwar verstreut jedoch nicht vernünftig. Allerdings gab es bei ihnen auch Verluste auf Grund von Krähen. Leider habe ich dadurch jetzt nur noch zwei Stämme mit 1,2 Tieren.
April 2017
Eine der jungen Gänse hatte ein Gelege von 13 Eiern was mir recht groß erschien. Deswegen habe ich sie abgesammelt und eingelegt. von den 13 Eiern sind 10 befruchtet. Sie hat auch sofort mit dem legen weiter gemacht und hat schon wieder 8 Stück. Eine andere hat leider bereits auf 6 Eiern angefangen zu brüten.
Viel Pech hab ich in diesem Jahr mit den Cayuga Enten. Die Enten legen eigendlich sehr gut aber befruchten leider nur sehr schlecht bzw. nur einer der zwei Tritt anscheinend. deshalb habe ich erst 10 Küken.
Die Zwerg Enten legen nach dem Stress leider auch nicht wie sie könnten.
Mit den Australorps sieht es recht gut aus. Ich habe 80 Küken von den zwei Stämmen. 50 Eier sind noch im Automaten und weitere 60 werden noch nachgelegt. 
Zum Scherz habe ich mir ende März 21 Zwerg Chochin Eier in verschiedenen Farben gekauft von den 21 Eiern waren 18 befruchtet und 16 sind geschlüpft.


Eines der Zwerg Chochin Küken eine Tag nach dem Schlupf.

Einige der jetzt 7 und 5 wöchigen Küken im Auslauf.
Mai 2017
Die Australorps aus der ersten Brut und die größten der zweiten Brut konnten nun beringt und umgespert werden. Wie im letzten Jahr ist der anteil an Hähnen wieder sehr hoch. Die eine der beiden Gänse die selbst gebrütet hat, hat nun schon Gössel. Allerdings nur 3 aus 8 Eieren. Bei der anderen kam es leider zu keiner befruchtung. Deshalb habe ich ihr 7 Befruchtete Eier einer andenen Gans gegeben. Weiterhin habe ich erneut 14 Gänseeier eingelegt. Ich hoffe in diesem Jahr auf insgesamt 25 Gössel.

Die drei Gössel aus Naturbrut von der alten Gans.

Fünf Zwergenten ebenfalls aus Naturbrut, die ende April geschlüpft sind. In der letzten Aprilwoche habe ich die Letzten Australorps eingelegt und noch einige Bruteier abgegeben. Nun ist es mit Hühnerküken genug. Mit Glück fangen die Zwergenten noch an zu legen da sie während der Stallpflicht gelegt haben und als sie raus durften in die Mauser gegangen sind und mit de Legen aufgehört haben.

23.05.2017 Bei diesen Bedingungen ist der Aufwuchs in der Weide schneller als die Gänse und das Restliche Geflügel es verwerten könnten. Daher ist es zwingend notwendig die Ausläufe regelmäßig nachzumähen. Denn nur der frische Aufwuchs wird wirklich gerne gefressen. Da ich die Tiere auserhalb der Zuchtsaison zusammen laufen lasse, ist darauf zu achten das es durch eine Überweidung nicht zu Löchern in der Grasnarbe kommt. Dort wo kein Gras mehr ist und regelmäßig Wasser steht, bilden sich Keimherde welche grade für das Hühnergeflügel schädlich ist. Es bietet sich daher an die Weide in mehrere Abteile zu Unterteilen und die Tiere in regelmäßigen abständen umzusperren. Bei mir ist der Auslauf mit einem 1,5m hohem Wildzaun umzäunt. Inerhalb der umzäunten Fläche nutze ich Geflügelnetze zur Teilung der Auslaufes. Natürlich bleibt es leiden nicht aus das es zu löchern kommt, aber die Dosis macht das Gift... 


Juni 2017
Am 10 Juni sollen die letzten Tiere schlüpfen. Erwartet werden ca. 10 Gössel und 20 Cayugaenten. Wenn es in diesem Jahr keine großen Verluste durch Greifvögel geben sollte werden es ca. 60 Enten und über 150 Hühner werden. Die Befruchtung der Enten war leider nicht sehr hoch aufgrund eines totalausfalles eines Erpels. Von den Zwergenten garnicht zu sprechen... Die Hühner liefen zuletzt sehr gut. In Bezug auf eingelegte Eizahl lag der Schlupf bei 80%.